Age of Conan – Hyborian Adventures: Was lange währt, wird gut?

Es ist so weit: Age of Conan ist fertig! In der MMORPG-Szene schon sehr lange erwartet und mit unzähligen Vorschusslorbeeren renommierter Spielemagazine behaftet, stellt sich nun die Frage im Praxistest: Ist das Spiel wirklich der erwartete WoW Killer?

Komplexe Charaktergeneration

Age of Conan wurde in enger Zusammenarbeit mit den Autoren der Fantasyreihe erarbeitet, weshalb sich viele Conan Fans in der Spielewelt sehr vertraut fühlen werden. Die Handlung beginnt an Bort eines Sklavenschiffes. Je nachdem, welches Geschlecht man seinem Avatar in der in Punkto Detailfülle und Variierbarkeit dem Offline-Genrekönig Oblivion nahekommenden Charaktererstellung gegeben hat, sitzt man als Arbeitssklave an den Rudern des Schiffes oder aber als Haremsdienerin hinter den Wachen. Insgesamt lassen sich in Punkte Charaktererstellung 12 Klassen auswählen, die in vier Archetypen (Priester, Magier, Schurke und Soldat) unterteilt sind.

Vom Sklaven zum Barbaren: Die Single-Player Einführung

Nach einem Schiffbruch beginnt das eigentliche Spiel. Auf der Insel Tortage gestrandet, macht ihr euch im ersten Teil des Spiels durch Solomissionen mit Steuerung und Handling vertraut, erledigt erste Quests und lernt die Welt von Hyboria kennen. Erst nach der Beendigung der ersten 20 Quests und dem Verlassen der Insel beginnt das eigentliche Spiel mit Mehrspielermodus, der in AoC jedoch niemandem aufgezwungen wird: Wer lieber allein spielt, kann große Teile des Games auch im Alleindurchgang bewältigen und in hochstufige Level aufsteigen. Es gibt darüberhinaus Tagesmissionen, die im Mehrspielermodus geführt werden können, und Nachtmissionen, die auf jeden Spieler persönlich zugeschnitten sind.

Überzeugende Umsetzung einer mythischen Welt

In der freien Spielwelt angekommen, bekommt das AoC eine ganz eigene Atmosphäre. Spitzengrafik, vertonte Dialoge und eine spannende Story schaffen es, das Spiel aus dem üblichen MMORPG Sammle-dieses-Töte-jenes Einheitsbrei heraus zu hieven. Der Anspruch, „anders“ zu sein als WoW wurde jedenfalls erfüllt. Thematik, Atmosphäre und Handlung sind deutlich an ein erwachsenes Publikum gerichtet. Dies zeigt sich nicht nur durch die detailversessenen Splatterorgien bei Kämpfen und den rüden Umgangsformen der Spielcharaktere, sondern auch im Spieldesign. Wer eine farbenfrohe und jugendkompitable Welt wie in WoW erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht bzw. geschockt sein, wenn er in die düstere Welt eintritt: Hyboria ist kein Disneyland - Plünderer, Piraten und Huren stehen an jeder Ecke, Intrigen und Verrat sind die beiden Hauptpfeiler der dortigen Gesellschaft.

Interaktives Kampfsystem

Mit Feingefühl wurde auch ans Kampfsystem herangegangen: Statt dem wiederholten Drücken eines einzigen Knopfes zum Kämpfen, zählt in AoC buchstäblich jeder einzelne Schlag. Um bei einem Gefecht als Sieger herauszugehen, bedarf es einer Kombination aus Abwehr- und Verteidigungsschlägen und ein wohlüberlegtes setzen der eigenen Fertigkeiten. In Echtzeit wird durch einen Klick auf Richtungspfeile bestimmt, wohin geschlagen werden soll. Ein Schildsystem zeigt daneben an, wo die Verteidigung des Gegners am schwächsten ist. Darüberhinaus muss auch immer wieder ausgewichen oder geblockt werden.

Von Tieren und vom Handwerk

Wem die Wege zwischen den Quests zu lange sind oder wer sein Schwert gerne in luftiger Höhe schwingen möchte, dem ist anzuraten sich Fortbewegungsmittel wie Pferde, Kriegsnashörner oder Mammuts zu beschaffen. Mittels eines komplexen Handwerkssystems lassen sich so gut wie alle Gegenstände in AoC auch von Spielerhand selbst erschaffen, von Waffen, Rüstungen, Zauberutensilien bis hin zu Häusern, Festungen, Türmen und kompletten Gilden-Städten.

Multiplayer: Let’s build a home

Der Multiplayer Modus in AoC kann sich sehen lassen: Obwohl es genug PvP Areale gibt, baut das Spielkonzept im Multiplayer viel mehr auf Kooperation als auf gegenseitigem Kräftemessen auf. Einnehmen von Festungen oder das erbauen einer Gilden-Stadt erfordert die Zusammenarbeit einer großen Gruppe – und noch mehr Zusammenarbeit, um das von der Gilde bewohnte Gebiet auch zu halten und zu verteidigen. Obwohl die Welt in Instanzen gegliedert ist, halten sich die Ladezeiten zwischen den Abschnitten erstaunlich kurz, bei großen Schlachten zwischen mehreren Gilden wird die Engine jedoch trotzdem an ihre Grenzen gebracht.

Tolles Spiel mit kleinen Fehlern

Fazit: Tatsächlich hält Age of Conan: Hyborian Adventures wirklich alles, was die Spieleentwickler im vorhinein versprochen haben. Auch wenn es das Genre nicht neu erfunden hat, steckt die hochauflösende Welt von Hyboria trotzdem voller Neuerungen und Überraschungen, die man bisher noch nirgendwo gesehen hat. Das Gameplay ist fair und ausbalanciert, die Quests relativ abwechslungsreich, und auch das Gruppenspiel funktioniert einwandfrei. Trotzdem ist das Spiel zu seinem Release lange noch nicht Bugfrei. Die Fehler reichen dabei von simplen Grafikfehlern bis hin zu nervigen Logikfehlern, die im schlimmsten Fall auch die Beendigung mancher Quests verhindern können. Auch der PvP Bereich ist noch nicht vollständig ins Spiel integriert worden. Trotz der kleinen Mängel, die aber allesamt hoffentlich bald ausgemerzt sein werden, ist Age of Conan eine Empfehlung wert und die neue Referenzklasse in Sachen MMORPG-Games – zumindest so lange, bis Warhammer Online offiziell veröffentlicht wird.

Vorsicht: Zensur!

Spielern über 18 wird übrigens empfohlen, sich die britische Version des Spieles zu besorgen, die – da multilingual - auch problemlos auf deutsch und auf deutschen Servern betrieben werden kann. Die hierzulande veröffentlichte Version fiel nämlich der Zensur zum Opfer: Neben weniger Blut und Gore-Effekten wurden in dieser Fassung darüberhinaus auch noch 5 von 50 Fatality-Moves entfernt (z.B. das abschlagen von Köpfen), was dem Spiel doch etwas die „barbarische“ Atmosphäre raubt.

One Response to “Age of Conan – Hyborian Adventures: Was lange währt, wird gut?”

  1. Zoidl Says:

    hab gestern age of conan bei einem freund zocken können und das teil ist der HAMMER! überleg mir jetzt zum ersten mal selber in die mmorpg welt einzusteigen … wenn bloß nicht die monatlichen gebühren wären, das ist schon sehr abschreckend.

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