ION Game Conference in Seattle: redefining online

Unter dem Motto „redefining online“ fand zwischen 13. und 15. Mai in Seattle, Washington, die alljährliche ION Game Conference statt. Auf der ION traf sich die globale Spieleindustrie, um über die Zukunft des Online-Gamings zu diskutieren, Neuigkeiten auszutauschen und neue Zielpunkte für die kommenden Jahre zu setzen.

Neben Branchenriesen aus dem amerikanischen und asiatischen Raum wie EA, Bigpoint, Crytek oder Epik war als einer der wenigen europäischen Vertreter auch fatfoogoo zugegen, um sich ein Bild von den neuesten Entwicklungen am Markt zu machen. Wie diese Entwicklungen aussehen, und wohin es in der Online-Gaming und MMORPG-Szene gehen wird, wollen wir euch in einem kurzen Abriss schildern:

Gratisspiele mit downloadable content und Mehrwert-Dienste

Der erste Trend, der die Industrie zunehmend beschäftigt, besteht aus alternativen Wegen zur Umsatzgenerierung. Die Spieleschmieden werden sich über kurz oder lang zunehmend von subscription payments und teuren stand-alone Spielen abwenden, der Weg geht in Richtung „free to play“ – d.h. gratis herunterladbare Spiele, die sich per downloadable content, Dienstleistungen und micro-transactions von Player zu Player bzw. Publisher zu Player finanzieren. Referenzbeispiele für diese Entwicklung sind die südkoreanische Softwareschmiede Nexon, die mit ihren Gratistiteln Court Rider und Maple Story über 230 Millionen Dollar Umsatz verbuchen konnten, sowie der deutsche Browsergames-Hersteller Bigpoint, der durch seine kostenlosen Mini-Games bereits über 10 Millionen User erreicht hat – und von denen im Schnitt 8-30% auch bereit sind, für Zusatzfunktionen und neue Levels zu zahlen.

Outsourcing

Trend Nummer Zwei unter den Spieleherstellern ist der im Globalisierungswettstreit oft negativ besetzte Begriff Outsourcing: Um mehr Zeit in die Entwicklungsarbeit investieren zu können, greifen Spielehersteller immer öfter auf Dritttechnologien zurück, d.h. Game-Engines, Soundcreation-Tools oder Micro-Transactions, d.h. Transaktionen von Ingame-Spielecontent (Gegenstände, Charaktere, Waffen) zwischen Spielern bzw. zwischen Publisher und Spielern. Die daraus eingesparte Arbeit soll wieder vermehrt in die Kernkompetenzen der Hersteller, nämlich dem Entwickeln der Spiele selbst, investiert werden. Exempel für erfolgreich betriebenes Outsourcing gibt es mittlerweile schon genug - siehe Epics Unreal 3 Engine, die mittlerweile in fast jedem 3D Shooter oder Rollenspiel Verwendung findet, diverse Sound-Engines aus dem Hause Dolby oder micro-transactions Betreiber wie fatfoogoo. Die bereits bestehende Kooperation mit Zweit- und Drittanbietern von Engines und Services soll in Zukunft immer weiter ausgearbeitet werden und die Spielehersteller dadurch wieder zu ihrer Basisfunktion, dem Entwickeln von Game-Content, zurückführen.

Das Zusammenwachsen (vermeintlicher) Gegensätze

Trend Nummer Drei ist das Zusammenwachsen der verschiedenen Sparten Social Networking und Gaming. Die Grenze zwischen PC und Konsole, virtuellen Welten, Spielen und persönlichen Netzapplikationen, Mobile- und casual games verschwimmt und soll zukünftig auch immer mehr miteinander – technisch, funktional und wirtschaftlich - interagieren. Die Plattformen werden sich füreinander öffnen und dem Nutzer mehrere Ebenen der Interaktion ermöglichen. Die Herausforderung für diese Öffnung liegt jedoch nicht nur im technologischen Sektor, sondern vor allem im Rechtlichen: Da Urheberrecht und Steuergesetze in jedem Land anders sind, ist die Erstellung eines funktionierenden multinationalen Systems die Herausforderung der nächsten Jahre für Politik, Software- und Hardwarehersteller.

A letter from America

Zum Schluss nach ein paar persönliche Beobachtungen von Martin Herdina, der die ION in Seattle hautnah miterlebte:

“Being back in Europe the jetlag still doesn’t allow me sleep much at night but - and that’s a lot more relevant - I am looking back to a super exciting week for fatfoogoo.

Hearing the industry legends from EA, THQ and NCSoft talk about micro-transactions as the future revenue model for online gaming and listening to the success stories around nexon’s “Cartrider” in Corea ($ 250 Mio p.a.) has been extremely interesting and was showing again that fatfoogoo is serving exactly the right market segment at the right time.

Apart from these business aspects I have met a full crowd of great people from the US gaming industry, was enjoying some super cool US Ska music at night (check out http://www.myspace.com/dealsgonebad) and was successfully avoiding all business-development meetings taking place in one of Seattle’s strip clubs.

Best,
Martin”

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